Anti Aging

Hyaluron Beauty & Medizin

Gastartikel

Was ist Hyaluronsäure und wie wirkt sie?
Hyaluronsäure ist seit einigen Jahren in aller Munde. Hinter der Faszination steckt ihre Fähigkeit, sehr viel Feuchtigkeit zu speichern. Daher wird sie in der Kosmetikindustrie und seit einiger Zeit auch im Gesundheitsbereich eingesetzt. Produziert wird die „natürliche Waffe gegen Alterungserscheinungen“ von Natur aus im Körper aller Menschen und Wirbeltiere. Wir produzieren Hyaluronsäure, da sie neben ihrer Funktion als Feuchtigkeitsspeicher in unserer Haut vor allem auch als Scharnier in unseren Gelenken dient. Ihr verdanken wir, dass wir Knie, Ellenbögen, Finger, Schultern und Hüftgelenke geschmeidig drehen, strecken und beugen können. Aber wir verdanken der Hyaluronsäure auch das gesunde, jugendliche Erscheinungsbild unserer Haut. Denn Hyaluron ist aus chemischer Sicht nichts anderes als eine ganze Reihe an Zuckermolekülen – und Zucker bindet auf natürliche Weise Feuchtigkeit. Dieser Vorteil wird in der Medizin gegen Gelenkverschleiß und zur Linderung trockener Nasenschleimhäute oder brennender Augen eingesetzt. In der Beauty-Branche dient Hyaluron als Anti-Aging-Mittel. Dieser Artikel soll die Vorteile und den Nutzen der Anwendung von Hyaluronsäure in den Bereichen Beauty und Gesundheit aufzeigen.

Wie wird Hyaluronsäure hergestellt?
Wie bereits erwähnt produziert der menschliche Körper Hyaluronsäure ähnlich wie andere körpereigene Substanzen (z. B. Hormone) in regelmäßigen Abständen selbst. Sie wird mit Hilfe einer besonderen Art von Proteinen gebildet, die tief in den Zellen liegen. Diese werden fachsprachlich als „Hyaluronsäure-Synthasen“ bezeichnet. Im menschlichen Körper werden drei Arten von Hyaluronsäure aus der Synthese eines bestimmten Zuckermoleküls (D-Glukose) hergestellt: HAS1, HAS2 und HAS3. Hinter diesen geheimnisvollen Abkürzungen steckt jeweils die Art des Enzyms, das zur Bildung der jeweiligen Hyaluronsäure-Form benötigt wird. Einen kleinen Teil der Hyaluronsäure bildet der Körper auch außerhalb der Zellmembran. Dieses Hyaluron dient als Feuchtigkeitsdepot und trägt unter anderem auch zur Heilung von Wunden bei. Die größte Menge befindet sich aber in der Haut, den Gelenkflüssigkeiten und der Knorpelmasse. Bei ungeborenen Kindern ist es sogar in der Nabelschnur enthalten. Innerhalb der Haut ist sie hauptsächlich in der oberen Hautschicht vertreten, die in der Fachsprache als Epidermis bezeichnet wird. Außerdem ist sie in der darunter liegenden Lederhaut (Dermis) enthalten. Im Laufe des Lebens verliert der Körper nach und nach die Fähigkeit, neue Hyaluronsäure zu bilden, sodass es zu gesundheitlichen Beschwerden wie Gelenkschmerzen oder trockene Haut und zur Entstehung erster Hautfältchen kommt.
Im Jahr 1981 kamen erstmals tierbasierte Präparate auf dem Markt. Das Hyaluron wie wir es heute kennen wird komplett synthetisch hergestellt, wodurch Allergien, die von den tierischen Bestandteilen ausgingen, radikal reduziert werden können. Die synthetische Hyaluronsäure ist seit 1997 auf dem Markt.

Vorteile von Hyaluronsäure
Einer der größten Vorzüge von Hyaluronsäure ist, dass es sich um ein natürliches Produkt handelt, das auch im menschlichen Körper vorkommt. Daher wird auch Hyaluronsäure, die von außen zugeführt wird, in der Regel sehr gut vertragen. Gerade im medizinischen Bereich ist es essentiell den Patienten nachfolgende Korrekturbehandlungen zu ersparen, wenn künstliche Substanzen angewandt werden, die der Körper nicht verträgt. Es hätte gerade in den empfindlichen Gelenken fatale Folgen, wenn sich umliegende Knochen oder Weichteile (Knorpel, Sehnen oder Bänder) entzünden oder die verwendete Substanz vom Körper abgestoßen wird.
In der Schönheitsindustrie wird daher stets ans Herz gelegt, sich für diese natürliche Form von Fillern zu entscheiden. Als Filler (vom englischen Verb fill = füllen) werden Stoffe bezeichnet, die unter die Haut gespritzt werden, um Hautfältchen aufzufüllen. Obwohl Hyaluron einen natürlichen Abbauprozess durchläuft und nach einer gewissen Zeit wiederholt werden sollte, wird er aufgrund der guten Verträglichkeit stets empfohlen. Bei künstlichen Fillern kann im Vorfeld nicht vorausgesagt werden, ob es gut vertragen wird oder ob es allergische Reaktionen auslösen oder Spätfolgen nach sich ziehen kann, die auch lange nach der Behandlung auftreten können. Dazu gehören beispielsweise plastische Materialien, die das umliegende Gewebe entzünden oder unter der Haut verrutschen können. Abhilfe schafft im schlimmsten Fall nur noch eine Operation, bei der das problematische Material letztlich entfernt wird.
Unterspritzungen mit Hyaluronsäure halten meist über mehrere Monate bis zu einem Jahr an. Ist das Depot (dank der Speicherung von viel Feuchtigkeit) nach einigen Behandlungen aufgefüllt, genügt es später, die Behandlung in größeren Abständen zu wiederholen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass durch die Behandlung mit Hyaluron weder Schonfristen noch Ausfallzeiten kalkuliert werden müssen und dass das Ergebnis unmittelbar zu sehen ist. Dass Hyaluronsäure überhaupt angewandt wird fällt kaum auf, da es sich sehr gut verteilt und das Ergebnis dadurch sehr natürlich aussieht. Die Mimik versteift – im Gegensatz zu einer Behandlung mit Botox – absolut nicht.

Anwendung von Hyaluronsäure im Beautysektor
Im Bereich der ästhetischen Medizin wird die aufpolsternde Wirkung von Hyaluron genutzt, um Fältchen zu kaschieren und um bestimmte Bereiche des Körpers wie etwa Lippen, Brüste und Gesäß zu modellieren. Die aufpolsternde Wirkung von Hyaluronsäure ergibt sich aus dessen Fähigkeit, reichlich Flüssigkeit zu speichern. Angewendet wird sie sowohl als Cremes als auch in Form von Spritzen. Welche dieser beiden Darreichungsformen tatsächlich angewandt wird, häng von der Tiefe der Fältchen ab.
Sind sie nur sehr leicht und oberflächlich, wird in der Regel eine hyaluronhaltige Creme angewandt. Diese sind sowohl in Apotheken als auch in Drogeriemärkten erhältlich. Jemand, der also erste Fältchen bemerkt und versuchen möchte, diese ohne professionelle Hilfe zu kaschieren, kommt also leicht an eine entsprechende Creme heran. Es gibt ein breites Sortiment an Cremes, die neben anderen Bestandteilen auch Hyaluron enthalten. Sie sind für alle Hauttypen geeignet, sodass es für trockene, fettige, empfindliche und Mischhaut jeweils einen passenden Tiegel gibt.
Sitzen die Fältchen dagegen schon tiefer, kommen Unterspritzungen zum Einsatz. Diese können selbstverständlich nicht ohne fachmännische Hilfe angewendet werden, da sie präzise in die betroffenen Stellen gespritzt werden müssen und die Gefahr besteht, einen Nerv zu treffen.

Ablauf der Behandlung mit Hyaluron-Spritzen
Obwohl Hyaluronsäure in der Regel sehr gut vertragen wird, findet vor dem ersten Termin in der Regel ein Aufklärungsgespräch statt, bei dem die Patienten ausführlich über den Ablauf, die Risiken, die Nachsorge und die Kosten aufgeklärt werden. Dieses Gespräch endet mit der Unterschrift des Aufklärungsbogens von Seiten des Patienten. Zu den Risiken gehören leichte Schwellungen unmittelbar nach der Behandlung, die aber in aller Regel nach wenigen Stunden bis Tagen von alleine verschwinden. Zur Nachsorge gehört unter anderem der Hinweis, dass eine Hyaluronbehandlung nach einigen Monaten wiederholt werden muss, damit das Ergebnis aufrecht erhalten werden kann. Denn der Körper baut die unterspritzte Hyaluronsäure von Natur aus so ab, als ob er sie selbst produziert hätte. Der Aufklärungsbogen dient dem Arzt als Dokumentation, damit er nachweisen kann, dass er die Patienten ausreichend aufgeklärt hat. Sobald der bürokratische Teil abgeschlossen ist, wird das betroffene Hautareal gereinigt, desinfiziert und evtl. eine betäubende Creme auf die zu behandelnde Stelle aufgetragen. Diese ist in der Regel bei kleineren Fillings nicht nötig, da die Spritzen kaum schmerzhaft sind. Die Dauer der Behandlung ist abhängig von der Beschaffenheit der Haut und von der Art der Falten abhängig und variiert zwischen einigen Minuten und einer Stunde.

Anwendung von Hyaluronsäure im medizinischen Bereich
In den vergangenen Jahren werden die Vorteile der Hyaluronsäure nicht nur in der ästhetischen Medizin angewandt, sondern auch in der Allgemeinmedizin. Hier wird sie nicht nur als Spritze und Creme angewandt, sondern auch in Form von Kapseln und Tropfen.

Hyaluron bei Arthrose
Hyaluronsäure-Spritzen werden vorwiegend im orthopädischen Bereich gegen Arthrose eingesetzt. Arthrose ist eine Erkrankung der Gelenke, die mit Knorpelverschleiß einhergeht. Besonders häufig trifft die Arthrose Knie-, Sprung- und Hüftgelenke. Die Behandlung von Arthrose mir Hyaluronsäure verzögert den Austausch der betroffenen Gelenke durch Gelenkprothesen und verschiebt die risikoreiche Operation in weite Ferne. Um die Wirkung der Hyaluronbehandlung besser veranschaulichen zu können, soll nachfolgend beispielhaft die Behandlung einer Arthrose am Kniegelenk aufgeführt werden.
Das Knie ist eines der wichtigsten Fortbewegungsgelenke von Menschen und Wirbeltieren. Wenn die Knie schmerzen fallen alltägliche Bewegungen wie gehen, beugen und Treppensteigen schwer. Der Grund ist meist ein Gelenkverschleiß, der sich durch den Verlust der Knorpelmasse oder von Gelenkflüssigkeit äußert, die eine Arthrose verursacht. Der Gang zum Orthopäden ist unumgänglich und dringend frühzeitig anzuraten, damit das Gelenk nicht über mehrere Jahre strapaziert wird und noch gerettet werden kann. Nachdem das Knie mit Hilfe von Röntgenbildern untersucht und das Ausmaß der Arthrose festgestellt wird, entscheidet der Arzt sich für eine passende Behandlung. Ist die Arthrose noch nicht so weit fortgeschritten, dass die Knochen aneinander reiben und die umliegenden Weichteile bereits entzündet sind, können Hyaluronsäure-Spritzen eingesetzt werden. Dank der Behandlung mit Hyaluronsäure werden die Feuchtigkeitsspeicher der Gelenke wieder aufgefüllt, sodass eine Schmerzliderung erzielt werden kann.
Hyaluron in Nasentropfen
Ein weiterer Anwendungsbereich der Hyaluronsäure im medizinischen Bereich ist die Lokale Anwendung auf die nasalen Schleimhäute. Diese trocknen gerade in klimatisierten oder beheizten Räumen schnell aus. In der Folge können Krankheitserreger viel einfacher in die Atemwege gelangen und erhöhen dadurch die Ansteckungsgefahr. Pflegende Nasensprays können dem entgegenwirken, denn sie legen sich wie eine Schutzschicht auf die Nasenschleimhaut und halten deren Feuchtigkeit aufrecht. Da Hyaluronsäure eine hervorragende Kraft besitzt, Feuchtigkeit effektiv zu binden, ist sie heutzutage ein wesentlicher Bestandteil zahlreicher Nasensprays. Im Gegensatz zu Nasensprays, die aus chemischen Substanzen bestehen, sind Sprays mit Hyaluronsäure sanfter zu den empfindlichen Schleimhäuten der Nase. Daher sind sie gerade für besonders sensible Patienten (auch für Kinder) besonders empfehlenswert.
Hyaluron als Feuchtigkeitsdepot für trockene Augen
Eine ähnliche Wirkung kann auch bei der Behandlung trockener Augen erzielt werden. Unsere Augen trocknen aus, wenn wir sie überanstrengen. Gerade im jetzigen Zeitalter der Digitalisierung leiden immer mehr Menschen unter trockenen Augen. Immer mehr Angelegenheiten des täglichen Lebens, für die bis vor einigen Jahren Stift und Papier benutzt wurden, werden heutzutage am Computer oder auf gar auf dem Smartphone erledigt. Dazu gehört unter anderem die Arbeit im Büro, das Verfassen von Emails oder Kurznachrichten sowie das Onlinebanking. Der Blick auf den Bildschirm ist für die Augen eine extreme Belastung, denn selbst in harmlos wirkenden Textverarbeitungsprogrammen wird als stetiges flimmern wahrgenommen. Da diese in statische Bilder umgewandelt werden müssen blinzelt man unbewusst viel seltener als bei der Lektüre eines Buches.
Doch nicht nur die Arbeit am Bildschirm führt dazu, dass die Augen schnell austrocknen. Auch Kontaktlinsen sind dafür bekannt, dass sie die Augen unangenehm brennen. Der Feuchtigkeitshaushalt wird aufgrund der Kontaktlinse beeinträchtigt, weil sie direkt auf der Pupille liegt und diese abdeckt. Dadurch behindert sie die natürliche Verteilung des Tränenfilms und es kommt zum Feuchtigkeitsverlust. Um das unangenehme Brennen und Jucken trockener Augen zu lindern, empfehlen Augenärzte gerade Kontaktlinsenträgern die Anwendung von feuchtigkeitsspendenden Tropfen. Werden Augentropfen angewendet, die auf Hyaluron basieren, bilden diese einen langanhaltenden Feuchtigkeitsfilm, der sich über die Netzhaut der Augen legt. Diese Augentropfen halten das Auge um ein Vielfaches länger feucht als herkömmliche Augentropfen.
Fazit
Hyaluronsäure ist die wohl natürlichste Art, um erste Alterungserscheinungen der Haut zu kaschieren. Als Substanz, die von Natur aus im Körper vorkommt, deren Produktion aber mit zunehmendem Alter nachlässt, ist sie sehr gut verträglich und birgt kaum Risiken. Die Hyaluronsäure, die zur Behandlung eingesetzt wird, ist seit 1997 rein synthetischer Natur. Dadurch ist es gelungen, die ohnehin schon geringen Risiken auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Die Hyaluronsäure kann daher bedenkenlos auch kurzfristig angewandt werden, denn die Behandlung ist von sehr kurzer Dauer und das erwünschte Ergebnis einer pralleren, jugendlich aussehenden Haut ist unmittelbar nach der Behandlung zu erkennen. Trotz der Unterspritzung bleibt das Ergebnis sehr natürlich, denn die Hyaluronsäure lässt sich sehr gut individuell dosieren und verteilen. Um kleinere Modellagen vorzunehmen wird eine etwas größere Menge in die gewünschten Areale gespritzt. Schon kleine Mengen reichen meist aus, um beispielsweise die Lippen voller wirken zu lassen.
Doch neben der Schönheitsindustrie findet Hyaluronsäure auch in der Medizin Verwendung. Ausschlaggebend ist auch hier vor allem ihre Fähigkeit, sehr viel Feuchtigkeit zu binden. In der Orthopädie kann Patienten mit Gelenkverschleiß zu einem schmerzfreien Leben verholfen werden, indem Hyaluronsäure in die betroffenen Gelenke gespritzt wird.
Auch wird Hyaluronsäure in Form von Nasentropfen verwendet, um die Nasenschleimhäute vor Austrocknung zu schützen. Durch ihre Depotfunktion kann dieser Schutz über mehrere Stunden aufrechterhalten werden. Nicht zuletzt ist Hyaluron außerdem ein Bestandteil vieler Augentropfen. Auch hier wird die langanhaltende Feuchtigkeit geschätzt. Augentropfen lindern die Symptome trockener Augen wie lästiges Brennen und Jucken und helfen dabei, einen langen Arbeitstag im Büro zu überstehen. Auch unterstützen sie die gereizten Augen von Kontaktlinsenträgern, die dazu neigen, viel schneller auszutrocknen als bei Personen, die keine Kontaktlinsen tragen. Alles in einem kann gesagt werden, dass Hyaluronsäure sehr risikoarm ist und dass sie daher bevorzugt zur Kaschierung erster Fältchen eingesetzt werden kann. Als natürliches Produkt sollte sie in jedem Fall synthetisch hergestellten Fillern oder Arzneimitteln vorgezogen werden, da der Körper sie problemlos abbauen kann.